Maria Pia Lattanzi beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Auseinandersetzung besonders mit Tieren. Das Instinkthafte und Unmittelbare, die Wesenhaftigkeit und die animalische Urkraft, die Tiere verkörpern und symbolisieren, prägen das Werk der Künstlerin. Seit 2013 arbeitet sie an ihrer Serie „Tierbilder“. Tiere stehen in ihren Arbeiten stets für das Ursprüngliche und Ungezähmte.

„Tiere sind da, wo das Gefühlsbetonte, das Emphatische zuhause ist“, sagt Lattanzi. Themen ihrer Arbeiten sind Bindung, Beziehung, Reinheit und Wildheit, sowie die Zugehörigkeit des Menschen zur Natur. Ihr Anspruch ist es dabei, einen Ausschnitt aus ihrer persönlichen Realität möglichst prägnant auszudrücken und wiederzugeben.

Betrachten wir Menschen Natur und Tiere, sehen wir darin auch immer uns selbst mit unseren Ansichten und Deutungen der Welt. In der Natur spiegelt sich der Mensch. Im Tier erkennt sich der Mensch. Das Tier ist pur, echt, wild und unverstellt. Das berührt uns gerade dort, wo wir uns als Menschen gerne entziehen wollen. In unseren Tiefen.

So kann die Begegnung mit dem Tier, zum Beispiel dem Hirsch oder dem Wolf ebenfalls auch als Einladung zur Innenschau und zu echter Begegnung mit unserer verletzlichen Wesenheit gesehen werden. Mit unserer eigenen tieferen Natur.

Mag.Barbara Mithlinger, kleine Galerie in Wien

Toter Hirsch im Wald,Eitempera/Molino,120x100cm,2022

Der Hirsch, Eitempera/Molino,130x140cm,2013

Beständig und ewig, über uns hinausweisend ist Natur.

Ein Gegenbild zur Welt im Wandel, ein Fix- und Bezugspunkt in einer Welt, in der sich alles verflüssigt und aus der Mitte gerät, eine unheimlich heimelige Konstante, das letzte beständige Bindeglied zwischen dem, was war und dem, was geworden ist und werden wird. Überzeitlich.

Die Natur verwandelt sich scheinbar immer gleich. Das Vertrauen, dass die Sonne immer aufgeht, die Blätter einstmals fallen, der Apfel reift, die Knospen sich öffnen. Es ist scheinbar seit Jahrhunderten derselbe, klare Tau auf Blüten. Jahr um Jahr, Tag um Tag vertrauen wir. Die Natur allein schafft es, sich diesem Widerspruch von Wandel und Dauer zu entziehen. Sie führt beides in einem Prinzip des ewigen Kreislaufs zusammen.

Wenn wir als Menschen eines wissen, ist es, dass wir darin Eingebundene sind.

Eine Hoffnung.

Ein Trost.

Mag.Barbara Mithlinger, kleine Galerie Wien

Ich,Graphit/Tusche auf Papier,100x70cm,2022
Der Kampf3,Graphit auf Papier,52x42cm,2022
Der Kampf2,Graphit auf Papier,80x60cm,2022